Flanieren mit Flair
Über 40.000 Menschen arbeiten und studieren an einer der drei Würzburger Hochschulen. An ihnen hängen weitere tausende Arbeitsplätze in Dienstleistungen wie Gastronomie und Einzelhandel. Dennoch werden Entscheidungen in Würzburg meist nur aus Sicht der "Einkaufsstadt Würzburg" gefällt. Ein Fehler, wie das Stadtbild zeigt. Folgende Bilder zeigen KEINE DRUCH KRIEGSWUNDEN NOTWENDIGEN NEUBAUTEN! Vielmehr wurde alter Baubestand durch Architektur ersetzt, die hier fälschlicherweise als "modern" gesehen wird und die "Einkaufsstadt stärken" soll.
Wie sieht diese Einkaufsstadt aus? Die Fußgängerzone ist mit Klötzen übersäht! Möchten Sie hier einkaufen? Flanieren? Leben?






2008 wagte der Einzelhändler Schiborr seine Fassade neu zu gestalten (Im unteren Bild das rosafarbene Haus). Er griff dabei auf traditionelle Gestaltungselemente wie Putzfassade und Fenstersimse zurück. Auch wurde das Dach nicht zum Flachdach umgebaut. Aus der grauen Häuserzeile hebt sich das Gebäude nun positiv ab. Reaktion der Stadt: in der neuen Gestaltungssatzung der Domstraße sollen diese historisierenden Fassadenelemente laut Insidern künftig verboten sein. Gleichzeitig ist der Erhalt historischer Fassadenelemente (sofern es solche gibt) nicht vorgeschrieben. Schlechte Zeiten für Stadtverschönerer wie Schiborr.
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Von wann stammen die Gebäude? Ausrede Kriegszerstörungen
Anmerkung zu den Bildern dieser Seite: Die Fassaden, die Sie hier sehen, stammen nicht aus der Wiederaufbauzeit. Die Fassaden und Werbebanner sind viel jüngeren Datums und im Namen der Modernität (nicht der Moderne!) bewußt herbeigeführt. Bei der Erstellung neuer Fassaden in der Wiederaufbauzeit bemühte man sich trotz der schwierigen Umstände um eine zurückhaltende, kleinteilige und regionaltypische Gestaltung. Nicht wenige der protzigen Neubauten der Fußgängerzone gehen auf den Abriss von Gebäuden zurück, deren Fassaden den Krieg überstanden haben. Bis heute versucht es die Stadt lieber mit "großstädtischem Anflug" (Oberbürgermeister Georg Rosenthal zum Neubauklotz Spiegelstraße, MP 21.10.09) anstatt Qualität zum Massstab zu machen. Wer in eine der kleineren Seitengassen geht, merkt schnell, dass Betonklötze vorwiegend an den Haupteinkaufrouten zu finden sind und daher kein Ergebnis britischer Bomben sind.
Typische, kleinteilige am regionalem Baustil orientierte 50er-Jahre Häuserzeile zum Vergleich - durch die Baupolitik auf dem Rückzug:
Sehen Sie hier, wie die Stadt voller Stolz den Baustil aus der obigen Bilderreihe fortsetzt!
Hier gelangen Sie zu unserer Bildergalerie zu moderner Architektur, die wir begrüßen würden.
Parkplätze/ Park & Ride
Außerhalb der kleinen Fußgängerzone stellt sich die Altstadt als großer Parkplatz dar. Selbst an sich hübsche Plätze wie der Paradeplatz werden nur als Parkplätze genutzt.
Ersatzparkplätze könnten am Stadtrand entstehen als park-and-ride-Angebot. Kleinere Städt wie Bamberg oder Schweinfurt bieten mehrere Tausend solcher Parkplätze an. Immerhin sollen in Würzburg im Zuge des Straßenbahnbaus 60 bis 80 solcher Plätze nun geschaffen werden. Wir meinen: da muss mehr geschehen!