Ringpark: Soll zur besseren Anbindung des neu anzulegenden Landesgartenschauparks ein bestehender Innenstadtpark gestutzt werden?
Aufrechnung Park gegen Park?


AKUTELL: WVV will nun doch den historischen Ringpark schonen und das umweltfreundliche Verkehrsmittel Straßenbahn nun auch umweltfreundlich bauen! Danke an die Planer, die die Bedenken der Natur- und Denkmalschützer aufgenommen haben!


Dieser historische Parkabschnitt ist mit seinen alten Bäumen bedroht!

Die Flächen des historischen Ringparks in der Würzburger Innenstadt stehen seit Jahrzehnten immer wieder auf der Wunschliste eifriger Stadtplaner: Als Bauplätze für Mietshäuser, als Fläche für die einst geplante Stadtautobahn, für zusätzliche PKW-Parkplätze und einiges mehr.

Derzeit ist ein Teil des Ringparks durch ein insgesamt umweltfreundliches Projekt "in Gefahr". So soll ausgerechnet ein vom Managementplan des UNSCO-Welterbe Würzbuger Residenz geschützer Abschnitt als Straßenbahntrasse mit zusätzlicher neuer Straßenführung dienen. Als Alternative steht die bestehende Straße zur Verfügung, die jedoch einen nach unseren Schätzungen 2 bis 5 sekündigen Umweg bedeutet. Die Tramlinie ist das Prestigeobjekt zur Landesgartenschau 2018 und grundsätzlich zu begrüßen.

Der Naturwissenschaftliche Verein Würzburg hat sich klar gegen die Zerstörung des Ringparks an dieser Stelle ausgesprochen, da ein ökologisch besonders wertvolles Teilstück des Parks betroffen wäre. Außerdem handele es sich um eines der wenigen Originalabschnitte des im 19. Jahrhundert erbauten Parks. Die angebotenen Ausgleichsflächen schnitten sowohl in der ökologischen, als auch in der flächenmäßigen Bilanz negativ ab.

Weiter heißt es: "Es gilt auch hier der ökologische Grundsatz „Erhaltung vor Neuanlage“, zumal der Verlust teilweise sehr alter und wertvoller Gehölze und parkhistorisch bedeutsamer Strukturen nicht durch den Rückbau eines Straßenabschnitts mit vielen, teilweise kaum umzulegenden Versorgungs- und Leitungssystemen im Untergrund ausgeglichen werden kann. Auf diesem zur Renaturierung vorgeschlagenen Abschnitt können Gehölze in der Dimension, wie sie auf der preisgegebenen Grünanlagen-Partie stehen, gar nicht wachsen!

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Grünbereiche sind keine toten Dekorationsobjekte, die man nach Belieben planerisch verschieben kann, sondern komplexe Lebensgemeinschaften.

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Parkhistorisch gehört dieser Bereich des Ringparks zu den bemerkenswertesten der gesamten Anlage. Hier findet man nicht nur ein besonders gut ausgeformtes Bodenrelief, welches noch auf originale Planungen Lindahls zurückgeht, sondern auch typische gestalterische Elemente dieser Zeit – so einen Sichtachsen-Sitzplatz und ein sehr gut erhaltenes Halbrondell mit klassischer Bepflanzung. Dies alles würde den Planungen geopfert und für immer vernichtet werden. An dieser Stelle sei zudem darauf hingewiesen, daß der Ringpark Würzburg komplett unter Denkmalschutz steht.

Während andere Städte in Deutschland bemüht sind, die durch den Klimawandel indizierten negativen Auswirkungen auf das Leben in der Stadt zu verringern, indem sie gesonderte Planungsprogramme auflegen, um die vorhandenen Grünstrukturen und Baumbestände zu erhalten und trotz notwendiger Bauvorhaben zu vermehren, so besteht in Würzburg die Gefahr, daß der falsche Weg eingeschlagen wird."

Lesen Sie hier die gesamte gemeinsame Pressemitteilung des Naturwissenschaftlichen Vereins und des Verschönerungsvereins.

Bilder des gefährdeten Abschnitts, der durch den Managementplan der Residenz eigentlich geschützt sein sollte:

Im Frühling schön anzusehen; Die historischen Parkstrukturen und den alten Baumbestand erkennt man in seinem Ausmaß jedoch besser in den folgenden Winterbildern.

Hier soll die Straße und die Straßenbahntrasse in den Park einbiegen.

Hier ist die bestehende Straße zu sehen, dahinter der gefährdete Abschnitt.

Weg zur historische Platform inmitten des bedrohten Abschnitts

Sommerbilder:

Der Autoverkehr soll trotz neuer Tramlinie nicht eingeschränkt werden - Ergebnis: auch diese Allee in der Ottostraße soll verschwinden, um Platz zu machen.


Die Allee liegt unmittelbarer Nähe zum Weltkulturerbe Würzburger Residenz und verläuft vom kleinen Eingang des Hofgartens zum hier beschriebenen, ebenfalls bedrohten Ringpark.