Volksblatt, 7.5.2008

Arbeitskreis schreibt an die Unesco
Studierende machen sich Sorgen um Residenz

(Rö.) Der „Arbeitskreis Studierende für Denkmalschutz“ hat einen offenen Brief an die Unesco geschrieben und darin kritisiert, dass die Stadt Würzburg und andere Entscheidungsträger respektlos mit dem Weltkulturerbe Residenz umgingen. Hauptanlass des Schreibens ist der geplante Bau eines Einkaufszentrums auf dem Areal des ehemaligen Mozartgymnasiums, das seinerseits unter Denkmalschutz steht.
In einer „Mängelliste“ führt der Arbeitskreis eine Reihe von Punkten auf, die direkt oder indirekt mit dem Einkaufszentrum und dem Umfeld der Residenz in Zusammenhang stehen (z.B. geplante Straßenbahnführung oder die neue Fassade des Justizgebäudes, aber auch der Hotelturm wird erwähnt). Es wird ausgeführt, dass eine Strabalinie über die Balthasar-Neumann-Promenade sich nicht mit der alten vierreihigen Baumallee vertragen würde. „Ein inakzeptables Vorhaben“ sei auch eine Streckenführung durch das Oegg-Tor. Aufgelistet werden zudem der bereits erfolgte Austausch historischer Gaslaternen auf dem Residenzplatz sowie die Aufstellung einer „gänzlich unpassenden“ Leuchttafel zur Regelung des Parkverkehrs vor dem Rosenbach-Palais. Man sei „erschüttert über den – wahrscheinlich auch aufgrund von Unwissenheit – leichtfertigen und unüberlegten Umgang mit dem Weltkulturerbe Residenz von Seiten der Entscheidungsträger“. Deshalb erachtet man es für sinnvoll, wenn die Unesco einen Sachverständigen vor Ort benennt, der das Umfeld des Weltkulturerbes betreut. Die Studenten., so schreiben sie, wollen nicht die Aberkennung des Weltkulturerbe-Status, sondern Zurechtweisung und beratende Hilfe „für eine Stadt, die krampfhaft versucht modern zu sein und dabei in die Denkweisen städtebaulicher Grobmototrik der 70er Jahre zurückfällt“.

Der Artikel ist in der online-Zeitung der MainPost-Gruppe nicht veröffentlicht.