Neubauten Nikolausberg
Der Nikolausberg ist eines der bei Touristen wie Einheimischen beliebtesten Ziele der Stadt. Trotz eingeschränktem Baurecht genehmigt die Stadt seit einigen Jahren jedoch Großbauten für solvente Investoren. Mehrere überregionale Medien berichteten über diesen zuvor nicht vorstellbaren Eingriff in das Erscheinungsbild der Stadt.
Die Frankfurter Rundschau und der Bayerische Staatsanzeiger veröffentlichten Artikel in besonderer Schärfe, die die Genehmigungsverfahren und das Verhalten der Investoren hart angriffen. Diese Spiegel von außen, die die meisten Würzburger und Würzburginnen nicht sehen bzw. lesen, sollten der Bevölkerung näher gebracht werden. Wir vervielfältigten solche Artikel und verteilten sie ohne Zusatz von Kommentaren, aber mit beigefügten Bildmontagen.
Das Frankenjournal, tagesschau.de, der Bayerische Rundfunk, der Kessener, die Main Post und das Volkblatt berichteten über unsere Aktionen:
„Der nächste Megamonsterbau kommt bald!“ Unter diesem Motto informieren Aktive des Arbeitskreises Studierende für Denkmalschutz derzeit Würzburger Bürgerinnen und Bürger über die geplanten Großbauten am Käppele. Nachdem man Flugblätter vor Gottesdiensten im Dom verteilt hatte, wurde nun der Pilgerweg am Nikolausberg mit Informationsblättern beklebt. Da die Aktion auf großes und wohlwollendes Interesse von Passanten gestoßen ist, wurden bisher insgesamt vier solcher Aktionen durchgeführt. Unter anderem verteilten die Studenten eine Fotomontage mit der die Ausmaße der ersten Serie der bis zu fünfstöckigen Neubauten sichtbar werden. Über die Konsequenzen eines Vorkaufsrechts für das weitläufige anliegende Nachbargrundstück, in dem sich heute noch Obsthänge befinden, wollte man noch nicht verfrüht spekulieren. Dies will man den Bürgerinnen und Bürgern Würzburgs selbst überlassen.
Unsere Bildmontageüberlagerung:

Das alte Klostergebäude, das der kirchliche Bauträger St.Bruno-Werk dafür abbrechen ließ, ist zum Vergleich der alten Situation noch zu erkennen. Die alten Mauern der Gebäudes, das wohl um die Jahrhundertwende hier erbaut wurde, passten sich gut ein in die Umgebung. Das St.Bruno-Werk verteidigte seinen Eingriff unter anderem mit dem Verweis auf andere Bausünden in der Stadt. Ein Vorkaufsrecht für das große Gartengrundstück hinter den Neubauten hat sich der Bauträger nach Informationen der Frankfurter Rundschau bereits gesichert.
Mit einem Mainpost-Abo-Zugang können Sie den am 17.Oktober 2007 im Volksblatt veröffentlichten Zeitungsartikel "Kritik an Würzburg vernichtend" hier nochmals online nachlesen.
Plakate mit kritischen Zeitungsartikeln überregionaler Medien. Die Allee, die Teil der wichtigsten Würzburger Pilgerroute ist, grenzt unmittelbar an die Neubauten an und ist somit potenziell eine Gefährdung für die neuen Wohnblöcke. Dass die Bäume bald gefällt werden müssen steht für uns daher außer Frage, zumal auch rechts der Allee bald gebaut werden könnte.
Lesen Sie hier aus dem Artikel in der Frankfurter Rundschau!
Baufortschritt:
Der Großinvestor kappte nach Protesten am Hauptgebäude immerhin ein Stockwerk und versetzte das Bauwerk stärker in den Hang. Am Abriss des alten Klostergebäudes und am Bau eines dicken Hauptbauklotzes sowie dreier weiterer Gebäude dahinter hielt der Investor jedoch fest. Im November 2009 stellt sich die Situation wie folgt dar:

Im unteren Bildbereich die Neubauten. Links davon das nächste Baugrundstück - heute noch Naturidyll.

Alle Bausünden auf einen Streich, oder besser auf einem Bild.
Zwischenergebnis:
Im April 2010 ist das Ergebnis zu sehen: Wohl dank zahlreicher Proteste wurde die geplante unruhige und billig wirkende Fassendengestaltung durch eine anspruchsvollere ersetzt und wie bereits erwähnt die Bauwerksgröße verkleinert. Der Abriß des einhundert Jahre alten Klosters mit seinen alten Natursteinmauern zum Hang konnte nicht verhindert werden, auch ist der verwunschene Garten mit den Ruinen verschwunden. Die Zukunft des benachbarten Klostergartens direkte neben dem Germanenhaus und dem Stationenkreuzweg des Käppele bleibt weiterhin ungewiss.

Die Proteste zeigten Wirkung wie diese Bilder beweisen.