Der Hauptbahnhof


An die Deutsche Bahn AG wandten wir uns mit einem Brief, auf den wir eine ermutigende Antwort erhielten.

Zunächst aus unserem Schreiben:

"... wir, die Mitglieder des Arbeitskreises Studierende für Denkmalschutz Würzburg, sind unzufrieden mit dem momentanen Zustand des Würzburger Bahnhofs. Sein unübersehbarer Verfall stößt schon lange negativ auf und wird kritisiert. Wir sind jedoch der Meinung, dass der typisch schlichte 50er Jahre Bau durch eine Sanierung wieder an Charme und Nostalgiewert gewinnen und somit das gesamte Stadtbild aufwerten würde. Wir würden uns freuen, wenn Ihnen folgende Punkte zur Inspiration bei der Sanierung dienen würden. Wir verweisen des Weiteren auch auf die vorbildliche Sanierung des architektonisch ähnlichen Bahnhofs in Heilbronn.

  • Bewahrung der Fassadengliederung mit Rundstützen und historischen Uhren
  • Erhaltung der kleingliedrigen Glasfront, des Walmdaches sowie der hellen Naturstein-Travertinplatten an der Außenfassade
  • Reparatur und behindertengerechte Optimierung der Stahlrahmen-Doppelschwingtüren
  • Aufwertung des Innenraums durch Bereinigung von übergroßen Werbetafeln
  • Wiederherstellung der typischen, zweibändigen Bodenstruktur

Wir wünschen uns daher, dass die Sanierung des als Denkmal anerkannten Bahnhofs auch unter denkmalpflegerischen Aspekten erfolgen wird ..."

Geantwortet hat uns Dr. André Zeug. Er ist der Vorstandsvorsitzende der DB Station und Service AG, die den Bahnhof sanieren wird:

"... Ich freue mich über Ihr Engagement und kann Ihnen versichern, dass wir uns der Bedeutung des Bahnhofs für das Stadtbild durchaus bewusst sind.

... Insbesondere werden bei der Sanierung auch die von Ihnen genannten Themen berücksichtigt:

  • Die Fassade im oberen Glasbereich bleibt in ihrer Struktur erhalten; es wird lediglich Isolierglas eingebaut, die filigrane Einfassung wird wieder hergestellt.
  • Die Säulen und die Uhr bleiben erhalten.
  • Die Natursteinfassade (außer an der Gleisseite) bleibt erhalten.
  • Es wird ein großzügiger Mittelzugang gebaut, der voraussichtlich mit Schwingtüren (analog der heutigen Türen) ausgestattet wird.
  • Die ursprüngliche Bodenstruktur bleibt erhalten.
  • Es werden keine Pavillons in die Halle eingebaut. ..."



Die Antwort zeigt, dass sich die Deutsche Bahn durchaus über ihr kulturelles und geschichtliches Erbe bewusst ist und ihren Beitrag für ein ansprechendes Stadtentree leisten möchte.

Wir hoffen, dass die Arbeiten tatsächlich so ausgeführt werden, dass das wohl bedeutendste Baudenkmal der 50er Jahre in Würzburg (Das Ensemble aus Hbf und dem vorliegender Platz) in neuer Schönheit und Eleganz wiederhergestellt wird.

Bild unten: Klare Formen lassen den Bahnhof der 50er Jahre in großstädtischem Massstab wirken. Ein Konzept für Werbetafeln ist noch vorhanden.

Bild: Reitberger-Stiftung

Zum Vergleich hier noch Bilder vom berühmten Bahnhof Santa Maria Novella. Die Ähnlichkeiten sind groß:




Das große Wandbild (unteres Bild hinten) findet seine Entsprechung in Würzburg übrigens nicht mehr, da das hiesige Wandbild abgenommen wurde und im Depot lagert.


Überzeugen Sie sich selbst von der gelungenen Sanierung des baulich sehr ähnlichen Heilbronner Hauptbahnhofs aus gleicher Bauzeit (das Wandkunstwerk des Würzburger Bahnhofs gibt es übrigens auch noch, es liegt im Depot):



Mehr Bilder und Infos zum Würzburger Bahnhof uns seinem Platz, sowie den einstigen großen Wandbildern, findet man in dem Heft: Der Bahnhof und sein Platz von der Architekturhistorikerin Dr. Suse Schmuck, erschienen 2004 und 2009 in Würzburg. Mehr Infos zu dem Heft auf den Seiten der Heiner-Reitberger-Stiftung.

Zur derzeitigen Bahnhofssanierung ein Gastbeitrag von Günther Flierl mit dem Titel Energetisch saniert, architektonisch ruiniert. DB Station & Service „verstümmelt“ Würzburgs 50er-Jahre Bahnhof - mehr hier