Archäologie
Archäologische Funde können sich in Würzburg nach unserer Erfahrung einer guten Dokumentation sicher sein, sowie der anschließenden Zerstörung durch Bagger. Beispiele dafür gibt es Dutzende.
Besser erging es einem Fund über den die Süddeutsche Zeitung mit der Überschrift "1000 Jahren alte Kirche entdeckt" berichtete:
Die Kirche sei vermutlich sogar über 1300 Jahre alt, aus dem 8. Jahrhundert und somit noch vor dem Dom errichtet worden. "Dabei handelt es sich um die ältesten Kirchbauten in ganz Süddeutschland" so Michael Hoppe vom Landesamt für Denkmalpflege gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Eine örtliche Zeitung unterrichtet die Leser übrigens darüber, dass die durch die Grabungen gesperrten Parkplätze bald wieder nutzbar seien. Eine Pflasterdecke wurde über die Kirche gelegt und der Ort wird heute wieder als Parkplatz genutzt. Dass die Fundamente, wenn auch unter der Erde, überhaupt erhalten bleiben, ist jedoch eine Ausnahme, wie andere Baustellen in der Altstadt zeigen.
Interessante Entdeckungen machte auch ein Grabungsteam am Peterplatz. Dort fand man unter anderem die Reste des alten Klosters, dass man in den 50er Jahren abgerissen hatte: Treppen, Grundmauern, Kellergewölbe, gepflasterte Einfahrten und einiges mehr. Zeugnisse, die die wechselvolle Geschichte des Peterplatzes und des Stephanklosters dokumentieren. Gefunden wurde ganz überraschend auch ein alter Brunnen, der auf keiner der bekannten Pläne eingezeichnet war. Die Archäologen vermuten, dass es sich daher nicht um einen Bestandteil des in den 50er Jahren abgebrochenen Klosterflügels des Baujahres 1628 handelt, sondern dass der Brunnen von einem noch älteren Vorgängerbau stammt. Die Anfänge des Stephanklosters reichen bis ins Jahr 1013 zurück.
Wir haben daraufhin die Regierung von Unterfranken als Bauherrn gebeten zu prüfen, inwiefern der Brunnen als Highlight des neu gestalteten Platzes Verwendung finden könnte - Abends beispielsweise mit Illumination und einer begehbaren Glasplatte darüber.
Die Regierung antwortete schnell und ausführlich auf unsere Bitte und teilte mit, dass in der derzeitigen Platzgestaltung aufgrund von Feuerwehrzufahrten der Vorschlag nicht verwirklicht werden könne. Der Brunnen werde aber so gesichert, dass er nicht zerstört würde und ggf. spätere Umgestaltungen auf den Brunnen zurückkommen könnten.

Der von der Regierung von Unterfranken sanierte Teil des Peterplatz (die anderen Bereiche liegen in Verantwortung der Stadt Würzburg). Die historische Linde aus dem ehemaligen Klostergarten wurde ins rechte Licht gerückt. Der Brunnen befindet sich nun wieder unter dem Pflaster etwa 1-2 Meter in Richtung des dahinterliegenden Gebäudes. Nahezu der gesamte sichtbare Bereich auf dem Foto gab während der Baumaßnahme archäologische Funde preis, insbesondere Mauerüberreste und Keller des vormaligen Klosters.
Foto: Nicole Remme